Schweiz: ergriffene Maßnahmen zeigen Wirkung

Die von der Wirtschaft, SBB und Behörden vereinbarten Maßnahmen, um die Sicherheit bei Transporten von Chlor zu verbessern, senken das Risiko markant.

(mih) In der Schweiz haben insbesondere zwei neue Maßnahmen dazu beigetragen, Chlortransporte sicherer zu gestalten: Zum einen bringt ein Sonderzug mit reduzierter Geschwindigkeit (maximal 40 km/h) seit 2017 wöchentlich Chlorkesselwagen aus Frankreich ins Wallis; zum anderen wird der Grundstoff auch aus Italien bezogen, was den dicht besiedelten Genferseebogen entlastet. Dies geht aus einem Bericht zum Stand der Umsetzung der Gemeinsamen Erklärung II zu Chlortransporten hervor, welchen das schweizerische Bundesamt für Umwelt (BAFU) vor Kurzem veröffentlicht hat.

Im September 2016 hatten die Wirtschaft, die Schweizerischen Bundesbahnen (SBB) und Behörden eine zweite gemeinsame Erklärung – die erste stammt aus dem Jahr 2002 – für mehr Sicherheit bei Chlortransporten auf der Schiene unterzeichnet. Darin einigten sich die Parteien auf verschiedene Maßnahmen sowie darauf, einen Plan für das Vorgehen bis 2025 festzulegen.

Beim Sonderzug mit reduzierter Geschwindigkeit würde das Risiko, dass es bei einem Unfall zu einer Freisetzung von Chlor kommen könnte, markant sinken. Zudem seien auf dessen Strecke die Gleisversicherungen (aufrecht einbetonierte Messschienen) entfernt worden, welche die Kesselwagen bei einem Unfall hätten beschädigen können.

Des Weiteren ist vorgesehen, eine weitere Maßnahme zur Risikosenkung umzusetzen, die deutlich über die internationalen Anforderungen für Wagentechnik hinausgeht: Für den Chlortransport sollen die sicherheitstechnisch besten verfügbaren Kesselwagen zum Einsatz kommen. Damit die Risikosenkung auch langfristig eingehalten wird, habe das BAFU im Juni 2018 verschärfte Beurteilungskriterien (Wahrscheinlichkeiten und Ausmaß möglicher Ereignisse) für das Risiko erlassen.

Wie der jüngst veröffentlichte Bericht zeige, seien die vereinbarten Ziele erreicht worden: Das Risiko für Chlortransporte auf der Schiene sei an den kritischen Stellen um den Faktor 10 gesenkt worden und liege damit wie gefordert unter den verschärften Beurteilungskriterien – ein deutlicher Sicherheitsgewinn bei diesen Gefahrguttransporten.

Die Partner (scienceindustries, SBB, Verband der verladenden Wirtschaft (VAP), Bundesamt für Verkehr (BAV) und BAFU) wollen ihre Anstrengungen für mehr Sicherheit in den kommenden Jahren fortsetzen, mit dem Ziel, die Sicherheit noch weiter zu erhöhen. In einer Roadmap haben sie weitere Maßnahmen festgelegt, die bis 2025 umgesetzt werden sollen. Dazu gehört u.a., die Sicherheit der Kesselwagen weiterzuentwickeln. Dabei soll die Möglichkeit berücksichtigt werden, Tankcontainer einzusetzen sowie mehr Chlor aus Italien zu beziehen.

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